Aktuelles
- Anpassung der Offshore-Struktur notwendig für Erfolg der Energiewende
- TenneT präsentiert Dreiklang von notwendigen Maßnahmen:
- Verbindliche Offshore-Langfristplanung
- Gesetzliche Klärung der Haftung
- Gründung einer Deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT hat sich im November 2011 mit einem Schreiben an die Bundesregierung gewendet und darüber informiert, dass die Errichtung von Anschlussleitungen für Offshore-Windparks in der Nordsee in der bisherigen Geschwindigkeit und Form nicht länger möglich ist. Mit der derzeitigen Offshore-Struktur können die Ambitionen der Energiewende nicht realisiert werden. TenneT präsentiert deswegen jetzt ein Beschleunigungs-Programm mit notwendigen Maßnahmen für eine nachhaltige Energieversorgung.
Die Maßnahmen umfassen einen Dreiklang aus verbindlicher Offshore-Langfristplanung, Klärung der gesetzlichen Haftung und Gründung einer Deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft.
Verbindliche
Offshore-Langfristplanung
Eine langfristig geplante Offshore-Entwicklung erlaubt den bestmöglichen Einsatz
von Personal, Fertigungskapazität sowie Kapital. Künftig sollten
Offshore-Anschlussleitungen deshalb - wie das Transportnetz an Land – auf Basis
eines 10-Jahres-Offshore-Netzentwicklungsplans errichtet werden. Frühzeitige
Planungen und Standardisierungen insbesondere der Anschlussleistung sind der
Schlüssel zu hoher Planungssicherheit für Windparkbetreiber, Behörden und
Netzbetreiber. Außerdem ist nur so die Synchronisierung des Offshore-Ausbaus mit
dem für den Abtransport zwingend erforderlichen Fortschritt des Netzausbaus an
Land möglich.
Klärung
der gesetzlichen Haftung
Offshore-Anschlüsse
sind noch „New Business“. Daher ist auch zum Beispiel die derzeitige
Gesetzeslage zur Haftung bei Nichtverfügbarkeit oder verspäteter Fertigstellung
des Anschlusses umstritten. Deshalb bedarf es einer Klarstellung durch den
Gesetzgeber. Die BundesNetzAgentur und das Bundeswirtschaftsministerium erkennen
dies an. Die Klarstellung durch den Gesetzgeber sollte allerdings so schnell wie
möglich erfolgen, damit sich die Anbindung von Offshore-Windparks nicht
verzögert. TenneT schlägt hierzu vor, bei Nichtverfügbarkeit des
Offshore-Anschlusses aufgrund verspäteter Herstellung oder Betriebsunterbrechung
vorrangig Versicherungsschutz durch Sachversicherungen herzustellen. Die Haftung
des Netzbetreibers sollte auf einen am Versicherungsmarkt tatsächlich
bedienbaren Umfang beschränkt werden.
Gründung
einer Deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft
Die
Herstellung von Offshore-Anschlüssen auf Gleichstrombasis und die Errichtung
großräumiger Gleichstromverbindungen in Deutschland verlangen nicht nur
beispiellosen Kapitaleinsatz, sondern auch eine eng koordinierte Planung.
Deshalb schlägt TenneT die Gründung einer Deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft
vor, die neue Offshore-Anschlussleitungen auf Gleichstrombasis und das künftige
deutsche HGÜ-Netz planen, finanzieren, bauen und betreiben soll. TenneT ist
bereit, sein Know-how und seine jahrelange Erfahrung aus diesen Bereichen als
Anteilseigner in die neue Gesellschaft einzubringen.
Energiewende
Wichtigstes
Etappenziel der Energiewende ist die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien
auf mindestens 35 Prozent des Stromverbrauchs im Jahr 2020. Dabei wird von einer
installierten Leistung von ca. elf Gigawatt Offshore-Windkraft in der Nordsee
ausgegangen. Die von TenneT bereits beauftragten Anschlussleitungen decken schon
5,3 Gigawatt ab. Das entspricht dem Verbrauch fünf Millionen Haushalten. Bis
2022 – dem Basisjahr des Nationalen Netzentwicklungsprogramms
- ist entsprechend eine zusätzliche
Offshore Anschlussleistung von ca. sechs GW unterstellt. Um diese Entwicklung zu
ermöglichen, schlägt TenneT das „Beschleunigungsprogramm Offshore“ vor.
TenneT
TenneT ist der erste grenzüberschreitende Übertragungsnetzbetreiber für Strom in Europa. Mit ungefähr 20.000 Kilometern an Hoch- und Höchstspannungsleitungen, 36 Millionen Endverbrauchern in den Niederlanden und in Deutschland gehören wir zu den Top 5 der Netzbetreiber in Europa. Unser Fokus richtet sich auf die Entwicklung eines nordwesteuropäischen Energiemarktes und auf die Integration erneuerbarer Energie.
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