Verfahrensstand

Das Leitungsbauprojekt Hamburg/Nord – Dollern ist Teil der europäischen Verbindung vom dänischen Kassœ nach Dollern in Niedersachsen und nach dem Energieleitungsausbaugesetz ein entscheidender Baustein für das Gelingen der Energiewende. Die in diesem Abschnitt bereits bestehende 220-kV-Leitung soll dafür durch eine wesentlich leistungsstärkere 380-kV-Leitung ersetzt werden – ein Ausbau der dringend nötig ist, um den in Schleswig-Holstein erzeugten Windstrom nach Süden zu transportieren.

Beim Neubau der Höchstspannungsleitung gibt die bestehende 220-kV-Leitung den natürlichen Verlauf der neuen Leitung vor. Die neuen Maste der Freileitung sollen dabei weitestgehend an den gleichen Standorten errichtet werden. Dennoch müssen bei der Planung die Auswirkungen der Trasse auf die Natur genau unter die Lupe genommen werden: Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden Umweltverträglichkeitsprüfungen erstellt und in enger Abstimmung mit Naturschutzverbänden und -behörden ökologische Aspekte erörtert, die bei der Trassenplanung beachtet werden müssen. So werden jetzt beispielsweise Markierungen an den Erdseilen angebracht, um Zugvögel zu schützen.

TenneT nimmt auch den Dialog mit den Bürgern und Gemeinden ernst und bindet sie aktiv in die Entscheidungsprozesse mit ein. Bereits im Juli 2009 hatten die betroffenen Bürger erstmals die Möglichkeit, ihre Stellungnahmen bei den zuständigen Ämtern und Gemeinden einzureichen. Gemeinsam mit den Anwohnern im Bereich Kummerfeld und Moorrege konnten so einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Dank der Unterstützung der beiden Kommunen und nach zahlreichen Einzelgesprächen mit Grundstückseigentümern kann die Trasse entsprechend der Wünsche vieler Anwohner weiträumig um bestehende Siedlungsbereiche geführt werden, die bislang von der bestehenden 220-kV-Leitung gequert wurden. Dafür musste TenneT die Antragsunterlagen für diesen Bereich ändern und erneut bei der Genehmigungsbehörde einreichen. Anschließend hatten alle interessierten Bürger erneut die Gelegenheit, sich zu dieser neuen Trassenführung mit Einwendungen und Stellungnahmen zu äußern. Nach der öffentlichen Auslegung dieser geänderten Planung arbeitet TenneT derzeit an der Analyse und Beantwortung aller Einwendungen und Stellungnahmen.

Ebenso wie in Kummerfeld und Moorrege strebt TenneT auch für Quickborn eine Kompromisslösung an. Nachdem eine Planänderung im gleichen Verfahren wie in Kummerfeld und Moorrege an der fehlenden Zustimmung neu betroffener Grundstückseigentümer scheiterte, wurde nun gemeinsam mit Vertretern der Stadt Quickborn, Kommunal- und Landespolitikern sowie verschiedenen Bürgerinitiativen ein „Runder Tisch“ ins Leben gerufen. Dort sollen gemeinsam mit allen Beteiligten neue Möglichkeiten diskutiert und entwickelt werden. Erste Treffen fanden bereits im Februar und März statt, weitere Runde Tische sind im Mai und Juni vorgesehen.

TenneT rechnet mit einem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens bis zum Ende diesen Jahres. Die Bauarbeiten sollen dann in zwei Phasen durchgeführt werden, zuerst von Hamburg Nord zum Umspannwerk nach Kummerfelde und anschließend weiter zum Umspannwerk Dollern. In den jeweiligen Bauphasen wird zuerst die Beseilung demontiert und das Mastgestänge und die Fundamente, die nicht wiederverwendet werden, rückgebaut. Entsprechend der Ergebnisse der Baugrunduntersuchung werden neue Maststandorte errichtet und abschließend die neue Beseilung aufgelegt.