Investitionen

Im Jahr 2006 wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 127,9 Mio. € (HGB) getätigt.

Die Summe setzt sich aus Aufwendungen für Ausbau- bzw. Erweiterungsmaßnahmen und Erneuerungsmaßnahmen zusammen.

 

Im Folgenden werden einige Projekte mit Investitionen im Jahr 2006 vorgestellt, um einen Einblick in die Bandbreite der Investitionsaktivitäten zu geben. Bei den Projekten handelt es sich fast ausschließlich um mehrjährige Maßnahmen.

 Leistungserhöhungen bei Leitungen und Umspannwerken

Zur Leistungserhöhung werden zum einen 380-kV-, 220-kV- und 110-kV-Leitungen für eine höhere Übertragungsfähigkeit verstärkt, zum anderen werden Umspannwerke in Landesbergen, Würgassen, Borken, sowie zahlreiche kleinere Umspannwerke in Norddeutschland ertüchtigt. Das wesentliche Ziel ist die Erhöhung der Transportfähigkeit von Nord nach Süd aufgrund des Ausbaus der Windeinspeisung im Norden. Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von insgesamt drei bis vier Jahren. Insgesamt ergibt sich durch diese Maßnahmen eine um ca. 800 MVA erhöhte Transportkapazität in Nord-Süd-Richtung.

 Erneuerungen und Erweiterung von Umspannwerken

Die Erneuerung von Primär- und Sekundärtechnik erfolgt abhängig von den technischen Rahmenbedingungen entweder durch den Austausch von einzelnen in der Substanz verbrauchten Betriebsmitteln oder durch die Kompletterneuerung einzelner Umspannwerke. Umspannwerkserweiterungen werden dann durchgeführt, wenn aufgrund von Lastzuwächsen die Übertragungsleistung eines Umspannwerkes erhöht werden muss, oder ein neuer Netzanschluss benötigt wird.

 Projekte zur Sekundär- und Übertragungstechnik

Im Bereich der Sekundär- und Übertragungstechnik werden beispielsweise im größeren Umfang veraltete Zählgeräte durch moderne Lastprofilzähler ersetzt. Eine der Maßnahmen aus dem Bereich Übertragungstechnik ist die umfangreiche Ablösung von Kupferverbindungen mit TF/TFH Technik durch LWL Verbindungen mit einer deutlich höheren Bandbreite.


Netzanschlüsse

Sowohl neue Erzeugungseinheiten, wie zum Beispiel Windparks, als auch neue Anforderungen auf der Abnahmeseite erfordern laufend Investitionen in neue Netzanschlüsse oder in die Erweiterung von bestehenden Anschlusspunkten.


Umspannwerk Diele; 380/380-kV-Querregler

Für die Ableitung der Windenergie aus dem nördlichen Elbe-Weser-Raum ist zur Vermeidung von Leitungsüberlastungen die Steuerung des Lastflusses in der 380-kV-Doppelleitung Diele-Conneforde erforderlich. Hierzu werden im UW Diele zwei Querregler mit einer Leistung von je 1400 MVA aufgestellt und eine dritte 380-kV-Sammelschiene nachgerüstet. Durch die optimierte Lastflusssteuerung im Höchstspannungsnetz ergibt sich eine erhöhte Übertragungsfähigkeit. Weiterhin wird durch den Einsatz des Querreglers die Transportkapazität zwischen den Niederlanden und Deutschland um 550 MVA erhöht.


Blindleistungsbereitstellung im nördlichen Netzgebiet

Die Erhöhung der Übertragungsleistung zur Ableitung der Windenergie aus Norddeutschland (siehe diverse Leistungserhöhungen) steigert den Blindleistungsbedarf im Höchstspannungsnetz. Die Bereitstellung der Kompensationsleistung erfolgt hier durch mechanisch geschaltete Kondensatorbänke mit Netzdämpfung (MSCDN).

 Umspannwerk Kriegenbrunn; Netzoptimierung 380- und 220-kV-Netz

Die Netzoptimierungsmaßnahmen im 380- und 220-kV-Netz umfassen die Einbindung von zwei 380-kV-Leitungen aus Redwitz und Raitersaich und die Aufstellung von zwei 380/110-kV-Transformatoren. Durch diese Maßnahmen hat sich die Übertragungsleistung von Thüringen nach Oberfranken um über 1000 MVA erhöht.

 Umspannwerk Alfstedt; Erweiterung der 380/110-kV-Umspannung

Das Umspannwerk Alfstedt wird um einen zweiten 380/110-kV-Transformator erweitert. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Verlagerung der Windenergieeinspeisung in die Höchstspannungsebene von Stade nach Alfstedt. Dadurch wird das 110-kV-Netz in dieser Region entlastet.

 Umspannwerk Halbemond; Neubau 110-kV-Schaltanlage

Der Neubau der 110-kV-Schaltanlage Halbemond als Doppelsammelschienenanlage mit sechs Leitungsfeldern, zwei Reserve-Schaltfeldern und einer Kupplung ist eine Netzverstärkungsmaßnahme für die Ableitung von Windenergie aus dem Küstenbereich Ostfrieslands.

 Umspannwerk Trennfeld; Erhöhung Kuppelkapazität

Die Kuppelkapazität wird in Trennfeld durch die Aufstellung eines zweiten Netzkupplers mit einer Leistung von 300 MVA erhöht. Ziel dieser Maßnahme ist eine Netzstabilisierung im Gebiet Würzburg-Aschaffenburg.


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