Project alpha ventus: Germanys first offshore wind farm grid connection
Einige Offshore-Windparks, die noch recht küstennah liegen, werden über Einzelverbindungen angeschlossen, die durchs Meer zum nächsten Einspeisepunkt verlegt werden.
Der erste Windpark, für den TenneT eine solche Netzanbindung realisiert hat, ist „alpha ventus“. Das Offshore-Testfeld ist ein Gemeinschaftsprojekt von E.ON Climate & Renewables, EWE und Vattenfall Europe New Energy 45 Kilometer vor der Küste von Borkum. Bereits 2007 wurden vier unterirdische Horizontalbohrungen unter den Dünen und im Watt vor Norderney für den Anschluss von alpha ventus vorgenommen. Im Frühjahr 2008 wurde das 1,5 Kilometer lange, sogenannte Leerrohrbauwerk über Norderney fertig gestellt. Parallel dazu wurde das neue Umspannwerk Hagermarsch errichtet, an das alpha ventus angeschlossen wurde.
Ende Mai 2008 wurden die Kabel für den Anschluss von alpha ventus ins Leerrohrbauwerk eingezogen. im Sommer 2008 wurden sowohl die Land- als auch die Seekabel verlegt.
Man kann sich vorstellen, dass die Verlegung von Kabeln in der Nordsee ganz andere Anforderungen an Technik und Ausführung stellt als Landkabel, die in einem Kabelgraben verlegt werden. Tonnenschwere und kilometerlange Kabel müssen termingerecht zum Windpark gebracht und verlegt werden, je nach Beschaffenheit des Seebodens werden sie mithilfe unterschiedlicher Verfahren verlegt.
Hierfür sind Spezialschiffe erforderlich, die auf großen Drehtischen das vorher aufgewickelte Kabel transportieren und auf See abrollen können. Es gibt nur wenige dieser Spezialschiffe, eines davon ist zum Beispiel der Giulio Verne: bis zu 7.000 Tonnen Kabel kann das Schiff transportieren, es ist 128,5 Meter lang und 35 Meter breit. Zum Vergleich: ein normales Fußballfeld ist in Deutschland 68 mal 105 Meter.
Die Inbetriebnahme des Netzanschlusses erfolgte im Mai 2009.
